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Am 11.11.1925 trafen sich einige alte Eschborner im Gasthaus „Zum Taunus“ um über die Gründung eines Karnevalsvereins zu debattieren. Der Bembel kreiste, die Redner wurden laut und hitzig. Wie immer bei Vereinsgründungen, gab es viel Für und Wider, eifrigster Verfechter des organisierten Humors war der Gastwirt Wilhelm Frey, lange Jahre vorher Präsident und Dramaturg der bekannten „Heddemer Käwwern“. Vor seiner Übersiedlung nach Eschborn hatte er dieses Amt aufgegeben . Doch das Narrenblut pochte noch in seinen Adern,  jedesmal  zur Fastnachtzeit kribbelte und krabbelte es in ihm.Er sprach mit soviel Überzeugungskraft von den „Eschborner Käwwern“, die es sich zur Aufgabe machen sollten, nach der Parole „Allen wohl und niemand weh“, in der Zeit vom 11.11 eines jeden Jahres bis zum Fastnachtsdienstag, mit humoristischen Veranstaltungen aller Art vor die Öffentlichkeit zu treten.

Zu Beginn der Gründungsversammlung waren 60 Eschborner Bürger anwesend, als die erste Jahreshauptversammlung durch den 1.Vorsitzenden geschlossen wurde, hatten sich mittlerweile mehr als 100 Mitglieder in die Einzeichnungsliste eingetragen -ein einmaliges Ergebnis-.

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 20 Pfennig festgelegt.

Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

1.       Vorsitzender W.Frey

2.       Vorsitzender G.Leidenbach

1.       Schriftführer H. Barz

2.       Schriftführer F.Roth

1.       Kassierer M.Schneider

2.       Kassierer W.Fischer

1.       Zeugwart K.Baumann

2.       F.Ries

Beisitzer: G.Schmarr, A.Jäger, Th. Leidenbach.

Gleich im ersten Jahr seines Bestehens ging der Verein mit mehreren Veranstaltungen an die Öffentlichkeit.Am 11.11. trafen sich die Mitglieder zum Erbsensuppenessen im Vereinslokal „Zum Taunus“ , am 11.12. folgte eine gut besuchte „Damensitzung“ in der Turnhalle.Mitte Januar stieg der erste große Maskenball in der Turnhalle.

Die ersten Komiteemützen (Narrenkappen) wurden von den einzelnen Mitgliedern selbst finanziert. (damals wie heute).Die Geschichte der Käwwern begann erst richtig mit der Theateraufführung „Bauernhochzeit in Krähenwinkel“, die damals alle Welt auf die Beine brachte.Damit alles echt aussah, fuhr das ganze Volk mit der Eisenbahn nach Kronberg und kam von dort aus mit dem Brautvater und der Braut in 20 Bauernwagen samt Hausrat, Vieh und Geflügel zurück.Hier empfing der Bräutigam mit seiner Sippe die neue Verwandtschaft.Der Zug ging zum Dallas, wo Präsident Wilhelm Frey das junge Paar traute, dann durchs Dorf zur Turnhalle. Einem ausgiebigen Kreppelkaffee folge ein Maskenball.Die Hochzeit dauerte drei Tag, die nüchternen Männer konnte man  anschließend zählen. Die Braut war natürlich auch ein Mann.

Die Trauung wurde auf dem Platz/Dallas vor dem Gasthaus „Zum Taunus“ vollzogen.

Standesbeamter war der Präsident Wilhelm Frey.Dies ist das älteste Bild von dem Verein „Eschborner Käwwern 1926 e.V.“

Nachdem ein unbekannter Spender für die „Metzelsuppe“ am Fastnachtsdienstag ein Schwein gestiftet hatte, bildete diese Veranstaltung einen würdigen  Abschluss des ersten „Käwwernjahres“. Am 11.11. traf man sich wieder zur „Erbsensuppe“ und der Auftakt zur neuen Kampagne war gegeben.Am 14.12. fand in der Turnhalle ein bunter Abend statt, in dessen Verlauf ein längeres Theaterstück „Der Fußballkönig“ aufgeführt wurde.Der Maskenball am 19.01.29 stand unter dem Motto: „Eine Nacht in Rosenheim“, und am 16.02.29 klang mit einem Kostümfest die Fastnacht im Vereinslokal aus.Traditionsgemäß versammelten sich die „Käwwern“ am 11.11.29 wieder zum Erbsensuppenessen und die Mitglieder führten am 26.01.30 ein Theaterstück mit dem Titel „Alt Frankfurt" auf.

 

Der Maskenball am Fastnachtsonntag stand unter dem Motto „Maskentreiben in alt Frankfurt“ und war ebenfalls ein voller Erfolg.Am Fastnachtdienstag gab es dann wieder Metzelsuppe.Im laufe der nächsten Jahren verbesserte sich die Finanzlag erheblich und es konnten Gardeuniformen, Fahnen usw. angeschafft werden.Der Beitrag wurde zwischenzeitlich auf 30 Pfennig pro Monat festgelegt.Obwohl sich alle am 11.11. zu einem Schlachtfest im Vereinslokal  traf und damit der Auftakt zur „Närrischen Session“ erfolgte, fielen alle geplanten öffentlichen Veranstaltungen 1931 – 1932 den damaligen schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen zum Opfer.Auch in den folgenden Jahren und während der Zeit des Nationalsozialismus mussten die „Käwwern“ ihre Aktivitäten in der Öffentlichkeit einschränken und stellten schließlich ihren Betrieb ganz ein.

 

 

Zigeunergruppe von 1936. Zu einer Zeit, in der sich die Käwwern

Aus dem Vereinsleben zurückzogen. Fuhrmann: Georg Datz, Martin Schneider, Bernhard Frey, Isoder Braun, August Gauf, Johann Reuter, Fritz Eckner,Heinrich Fäber, Helmut Schornstein, Heinrich Mörle, Edit Weber.

Im Jahr 1946 versammelt Wilhelm Frey wieder gleichgesinnte junge und ältere um sich, Eschborner, die aus dem Kriege und aus der Gefangenschaft kamen und die, die „Käwwern“ nicht vergessen hatten.Sie trafen sich, sei es am Stammtisch beim Wilhelm Frey oder auf dem Sportplatz zunächst in kleinen Kreis bis Wilhelm Frey zur echten Wiederbelebung der „Eschborner Käwwern 1926“ am 23.03.1947 aufrief.

Der Verein erlebte einen Aufschwung, den wohl kaum jemand nach den schlimmen Jahren des Nationalsozialismus und den Kriegswirren erwartet hätte.

Vielleich gerade deshalb waren die Bürger ausgehungert nach Vergnügen und das wurde von den Käwwern geboten.Wilhelm Frey übernahm abermals die Vereinsführung.Am 27.05.47 traf sich jung und alt zu einer Fußwanderung in den Eschborner Wald wo am Barthmannsbrunnen fröhlich gefeiert wurde.Am 31.08.47 wurde erstmals nach dem Kriege vor dem Vereinslokal wieder ein Kerbebaum errichtet.Am 01.09.47 folget die Generalversammlung anschließend wurde tüchtig das Tanzbein geschwungen.Trotz Lebensmittelkarten konnte für den 11.11.47 zu einem Erbsensuppenessen eingeladen werden.Für eine „Essskarte“ von 3,00 RM. Bekam man zwei bis drei Teller Suppe, Rindswurst und 4 Schoppen Apfelwein.182 Essen wurden ausgegeben und über 35 Pfund Rindswurst vertilgt.Die Kappensitzung am 08.02.48 brachten Büttenredner aus der ganzen Umgebung in die Turnhalle und fand vor ausverkauftem Haus statt.

 

 

Der Sänger Martin Burg aus Kriftel gibt eine Sondereinlage. Er hat oft unsere Sitzungen mit einem Lied aus dem „Bajazzo“ eröffnet.
Vier Aktive bei den Käwwern. Fam.Zores aus dem Stadtpfad. v.L. Betty Gauf, Klaus Debus, Reinhard Kunz und Jean Debus.


 

Die Damen wollten nicht nachstehen und veranstalteten am 09.02.48 im Vereinslokal eine „Interne Damensitzung“. Vorläufer unserer jetzigen Damensitzung am Fastnachtssonntag..

 

Ein Riesenerfolg war der Theaterabend am 01.01.1948 in der Turnhalle Eschborn mit dem Stück:„Ein Wochenende im Hotel Paradies“. Durch den großen Erfolg wurde der Theaterabend im Frühjahr noch dreimal wiederholt und aus einer Gesamteinnahme von 1.200 RM. dem  Blindenbund 500 RM. überwiesen.In der Zwischenzeit war die Mitgliederzahl auf 182 Käwwern angewachsen. Am 11.11.48 fanden sich die „Käwwern“ wiederum zum Erbsensuppenessen im Vereinslokal mit anschließendem Tanz ein.Die Saison 1949 konnte beginnen.

 

 

Am 1 Januar 1949 wurde als besonderer Lacherfolg das Theaterstück  „die Spanische Fliege“ aufgeführt. Am 29.01.49 besuchte eine Abordnung unseres Vereins den Niederhöchstädter Kappenclub und erntete für ihre Darbietungen großen Beifall.

Gleichzeitig wartete unser Verein auf der „Großen Damensitzung“ am 27.02.49 in der Turnhalle Eschborn mit einem hervorragenden Programm auf.Nicht nur während der Fassenacht wollten sich die Mitglieder des Vereins gesellig zusammenfinden sondern auch während der der übrigen Zeit des Jahres.Aus diesem Grund wurde am 08.09.49 der Versuch einer Omnibusfahrt gestartet.Dieser Vorschlag wurde begeistert aufgenommen und über 120 Personen beteiligten sich an der Fahrt durch das Lahntal an den Rhein.Endstation war „Winkel“ (Tropfsteinhöhle) mit geselligem Beisammensein.Die neue Kampagne wurde am 11.11.49 im Vereinslokal mit einem Tanzabend eröffnet. Am 01.01.50 fand im Saal des Eschborner Gasthauses „Nassauer Hof“ ein bunter Abend mit dem beliebten Fragenspiel „Heiß oder Kalt“ statt.In der Ausverkauften Turnhalle fand am 19.02.50 die Fremdensitzung statt mit bekannten Büttenredner von nah und fern.

 

 

Die Käwwern hatten immer ein volles Haus!Bemerkenswert, es wurden nur Stuhlreihen aufgebaut und es gab keine Tische!

Den Abschluss Bildete im diesem Jahr ein Maskenball am Fastnachtdienstag 21.02.50 in der Turnhalle.Bereits im Frühjahr führte unser Verein wieder ein abendfüllendes Theaterstück „Der doppelte Bräutigam“ auf.Ein großer Erfolg war auch die Omnibusfahrt am 24.09.50 nach Nierstein, Kreuznach, Stromberg, Bingen und Winkel an der sich 105 Personen beteiligten und das lustige Raten um das Reiseziel wurde mit Weinpräsenten belohnt. Am 04.02.51 warteten die „Käwwern“ mit ihrer Fremdensitzung in der Turnhalle Eschborn auf die ein auserlesenes Programm brachte.

 

Elferrat 1951 Karl Braunbach aus Kronberg erntete sein Beifall.
Fam Knorzel: v.L. Erich Niebergall, Inge Gauf und Herrmann Gerner. Im Hintergrund als Mundschenk Helmut Jäger.

 

Die Westerngruppe mit dem Lied: „Von den blauen Bergen kommen wir“

Links mit der Zieharmonika Herbert Habel.

Der Schuhmacher mit seinem Lehrling. Martin Schneider und Erich Niebergall. Die Schuhmacherausrüstung, Schemel und Tisch waren vom Mitglied Adi Niethammer.Die letzte Aufnahme der 3 Aktiven Wilhelm Frey, Martin Schneider und Wilhelm Gauf. Alle drei sind innerhalb von 1,5 Jahren verstorben.

 

Auch Käwwern müssen nicht immer lustig sein aber bei näheren Schein weiß man auch warum. Die Gläser waren noch leer oder der Wein ist zu sauer.v.L. im Komitee: Herrmann Gerner, Wilhelm Gauf, Otto Kunz jun. Und Hans Karl Dadischeck  Im Vordergrund die langjährige Hebe Vera Gissel.

 

Hein Fischer aus Schwalbach mit seiner Thekla.

 

Der Ortsgendarm Jean Debus hatte Schwierigkeiten mit seinem Schnurbart. Immer wenn er sage „Er wird festgesetzt und arretiert“flog der Schnurbart fort. Das Publikum hatte seinen großen Spaß

Der Mundschenk füllt den Ehrenbescher. (Helmut Jäger) Schwierigkeiten hatten wir immer mit dem Wein. Der Turnverein verlangte, das wir den Wein bei ihnen einkaufen sollten was uns aber zu teuer war da wir sparen mussten.Geld war nie im Überfluss vorhanden und deshalb schmuckelten wir den Wein in die Halle.

 

Der Protokoller in der Bütt.(Peter Schneider, Sohn vom Marin Schneider).Die Bütt war ein Apfelweinfass aus dem Keller des Präsidenten Wilhelm Frey.

  

 

Die „Käwwern“ am Faschingsdienstag bei den „Heddernheimer Käwwern“ zu Gast. Der Fahrer Wilhelm Kunz, v.L. Peter Schneider, Helmut Jäger, der krumme Hund Wilhelm Junghenn. Auf den Trittbrettern Zugbegleiter.

 

Die Kampagne 1950 – 1951 beschloss der traditionelle Maskenball am 06.02.51 in der Turnhalle unter dem Motto „Nacht im Paradies“Unsere Omnibusfahrt erfreute sich immer größerer Beliebtheit.Zu der Fahrt am 29.07.51 meldeten sich 138 Personen und drei Omnibusse brachten die lustige Gesellschaft nach „Wikosto“ (das zu erratende Reiseziel).

Die Fahrt ging nach Wiesbaden, Koblenz, Stolzenfels, Bingen, Mainz. In Ingelheim wurde ein fröhlicher Tanzabend veranstaltet.Vorbereitet und geplant wurde die Fahrt von unserem 1. Vorsitzenden und Elferratspräsidenten Wilhelm Frey. Es sollte die letzte Tätigkeit des langjährigen Vorsitzenden sein. Kurz vor Beginn der Arbeiten für die Jubiläumssession verschied der bei uns allen so beliebte Präsident nach einem kurzen und schweren Krankenlager. Es war ihm nicht vergönnt den Platz, den er 25 Jahre im Verein innegehabt hatte, auch bei dieser, seiner Jubiläumskampagne auszufüllen.

 

Er erste Präsident der Eschborner Käwwern 1926.†Wilhelm Frey auch gleichzeitiger Gründer der Käwwern.Wilhelm Frey war immer bemüht seinen Mitmenschen Frohsinn zu schenken.Verstorben im 67 Lebensjahr im Oktober 1951